Das ist ein Test

Magazin Artikel 01

Die Tolix-DNA: sperrig, kantig, klug.
  
Warum die Naber Concept Kitchen von Kilian Schindler bei Tolix gefertigt wird, dem französischen Spezialisten für Stahlmöbel.
Und warum diese Kombination besondere Gestaltung und Langlebigkeit verspricht. Über die Leichtigkeit von Metall, authentischen Materialeinsatz und Charakterbildung im Design.
 
Seit Generationen löst Xavier Pauchards »Chaise A« ein, woran die Moderne meist scheiterte: einfache Entwürfe bezahlbar zu machen. Während das Bauhaus Geschmack für alle predigte und doch nur unbezahlbare Kleinserien schuf, ging der Handwerker Pauchard einen anderen Weg. 1927 gründet er die Firma Tolix, die sich auf die Herstellung von Stühlen, Sesseln, Hockern und Metallmöbeln spezialisierte. Pauchard dachte in Serien und hatte eine Innovation zur Hand: Er verzinkte Möbel aus Weißblech, um sie noch unempfindlicher zu machen. »Chaise A« ist ein Kind des Industriezeitalters. Seine sperrige Eleganz erwächst aus der Notwendigkeit, Blech so zu biegen, dass sich belastbare Strukturen ergeben.
 
Pauchard bewies mit ausgestellten Beinen und klarer Prägung, dass industrielle Logik, Konstruktion und zeichenhaftes Aussehen einander bedingen. Oder, wie der Designer Kilian Schindler es ausdrückt: »›Chaise A‹ ist so erfolgreich, weil er es schafft, durch den stringenten Einsatz der technischen Details in der Metallverarbeitung dem Produkt eine derart starke Authentizität zu verleihen, dass der Betrachter gerade diese technischen Details als markantes Stilmittel empfinden muss.« Bezeichnenderweise entstand der Entwurf nicht auf dem Papier, sondern direkt in der Werkstatt des Praktikers Pauchard. Über die Jahre wuchs eine ganze Modellfamilie heran, robust und stapelbar, gedacht für den Einsatz in Cafés und auf Terrassen unter der Sonne Frankreichs.
 
Selbst an Bord des Luxusliners »Normandie« taten Pauchards Möbel ihren Dienst. Als Botschafter der Industrienation Frankreich schipperten sie über den Atlantik nach New York. Als Pauchard schließlich beauftragt wurde, 1937 für die Pariser Weltausstellung 12 000 Stühle zu liefern, war dies der endgültige Durchbruch für den Selfmademan. Mit einem Mal stand der Tüftler auf einer Stufe mit den Großen der Moderne, mit Mies van der Rohe und Le Corbusier. Inzwischen gilt die Firma Tolix als herausragende Vertreterin einer Industriemöbel-Bewegung, die den rauen Charme der unverwüstlichen Objekte bewusst gegen perfekt inszenierte Interieurs der Gegenwart ausspielt.
 
Wenn Kilian Schindlers Concept Kitchen sich also in die Tradition jener Arbeitstische, Spinde und Werkzeugschränke aus Metall stellt, die als Inbegriff funktionaler Gestaltung das vergangene Industriezeitalter prägten, so hat das System. Der frankophile Designer aus Karlsruhe erklärt dazu ganz trocken: »Die DNA von Tolix passte einfach am besten zur DNA der Concept Kitchen. Beide sprechen eine sperrige, industriell geprägte Formensprache.«

 
 
Einander blind
verstehen

 

Wie aber kam es überhaupt zu dem Projekt Concept Kitchen? Hans-Joachim Naber berichtet von einem jener Zufälle, die nach einem Roman klingen. Auf der Kölnmesse 2010 stieß er auf Arbeiten von Kilian Schindler, der gerade nicht an seinem Stand war. Der Unternehmer hakte nach. Ihm hatte die Drahtgarderobe gefallen, die Schindler präsentierte. »Herr Naber rief mich nach der Messe an und bot mir an, an der Concept Kitchen mitzuarbeiten«, erinnert sich der Designer. Das eigentliche Briefing folgte in Mailand, auf der Leitmesse der Möbelindustrie.
 
Juniorchef Lasse Naber und Marketingleiter / Produktentwickler Martin Staaks präzisierten das, was zuvor am Telefon besprochen worden war. Es ging um die »Entwicklung eines mobilen Küchensystems im Allotment-Style«. Nun fehlte nur noch ein Spezialist wie Tolix, der genug Know-how und Sensibilität besitzt, um ein puristisches Küchen-Regalsystem herzustellen. Die Franzosen erwiesen sich als idealer Partner, mit dem die Firma Naber das Konzept verfeinerte und zur Produktionsreife brachte. »Sie haben Respekt vor dem kreativen Arbeitsprozess der Gestalter – und ich vor ihrem handwerklichen Können. Designer und Ingenieure müssen zwar nicht die gleiche Sprache sprechen, einander aber gut – blind – verstehen«, sagt Kilian Schindler. Das funktioniert offenbar auf den unterschiedlichsten Ebenen. »Wir haben verschiedene Lieferanten ausprobiert – aber nur Tolix erfüllte alle Voraussetzungen«, ergänzt Hans-Joachim Naber.
 
»Chaise A«, stählern und feuerverzinkt, steht längst in den Kollektionen des MoMA und des Centre Pompidou. Er ist ein echter Klassiker geworden, ein Design-Statement. Gute Voraussetzungen eigentlich für die Concept Kitchen von Hans-Joachim Naber und Kilian Schindler, die von Anfang an mit Auszeichnungen und Designpreisen überschüttet wurde.
  

 

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